Methodenvielfalt

…ist ein mehr oder weniger planmäßiges Verfahren zur Erreichung eines Zieles

Was mich irritiert, ist das Wort “Methode”. Solange Umgangs- und Trainingsformen mit dem Hund auf “Methoden” beruhen, sollte man davon Abstand nehmen, egal wer sie wie verkaufen will. Eine “Methode” anzuwenden, um mit einem sozialen Rudeltier wie dem Hund in einem Haushalt zusammenzuleben, führt sich selber ad absurdum.

Eine Methode ist ein:   “…mehr oder weniger planmäßiges Verfahren zur Erreichung eines Zieles…” (Wikipedia).

Vielmehr sollte es um Erziehung und Beziehung gehen. Erziehung heißt ja zunächst einmal, dass der Erziehende versucht, sich in den zu Erziehenden hineinzuversetzen.

  • wie ist mein Hund überhaupt „gestrickt“ – veranlagt?
  • was wäre wichtig für meinen Hund zu lernen?
  • wie kann ich die Instinkte meines Hundes für die Erziehung nutzen?

 

Oftmals wird aber nur gefragt, wie man „Unarten“ abtrainieren kann. Unarten, die dem Hund – oft unbewusst – erst beigebracht wurden. Verhalten hat eben immer einen Grund. Wenn ein Baby weint, wird Mama überlegen, warum es weint. Eventuell hat es Hunger, Durst, die Windel ist voll, usw. .

Bellt ein Hund, hört man oft: „halt die Klappe“. Es gibt aber immer einen Grund, warum gebellt wird. Des Weiteren ist es so, dass hinter diesem Verhalten Emotionen und Bedürfnisse stehen. Stellt man nun einfach das Verhalten ab, frustriert man das dahinterstehende Bedürfnis. Bedürfnisse, die nicht befriedigt werden können, werden sogar größer….

Leider ist es so, dass oft nur noch Verhalten abgestellt wird (Verhaltenstherapie???), ohne zu beleuchten, warum dieses Verhalten gezeigt wird. Schnell wird dann der „Methodenkoffer“ aufgemacht:

  • Klickermethode
  • Leckerliemethode
  • Wurfschellenmethode
  • Sprühflaschenmethode
  • Leinenruckmethode
  • u.v.m.

Dabei steht oft erst einmal im Vordergrund, den Hund zum funktionieren zu bringen, „Problemverhalten“ abzustellen, sozusagen weg-zuklickern, weg-zukeksen, weg-zusprühen, usw. . Ist dies geschehen, braucht man anscheinend nichts mehr weiter zu tun. Die Gefühle und Emotionen des Hundes haben ja anscheinend keine Bedeutung. Verhalten ist aber immer Ausdruck von Gefühlen und Emotionen!!! Wird dem Verhalten des Hundes keine Bedeutung zugemessen, führt das dazu, dass der Hund als solcher weniger Bedeutung bekommt:

Man weiß nicht mehr um die biologischen Bedürfnisse des Hundes.