Infos, Empfehlungen, Sichtweisen

von Bora von Hundeinstinkt 21. Januar 2026
Ja – all das habe ich schon oft gehört. So ist das in dysfunktionalen Systemen: Wenn man jemanden mit der Wahrheit oder der eigenen Unreflektiertheit konfrontiert, ist der andere schnell „zu sensibel“. Das beruhigt – denn man muss sich nicht mit der Wirkung der eigenen Worte auseinandersetzen. Und wenn man gar nicht mehr aus der Situation herauskommt, folgt meist der Satz: „War doch nur Spaß.“ Doch es war kein Spaß. Es ist oft nur der letzte Versuch, irgendwie glimpflich davonzukommen. Immer wenn ich so etwas erlebe, denke ich an Hunde. An Hunde, die versuchen, mit einer emotional überladenen, dysregulierten Umgebung zurechtzukommen. Manche bellen auf jeden kleinen Reiz, andere entwickeln Verhaltensstörungen – sie jagen ihren eigenen Schwanz, Schatten, Fliegen oder lecken sich ständig, um inneren Stress abzubauen. Und viele Menschen lachen darüber. Andere Hunde ziehen sich zurück – starren minutenlang ins Wasser, wirken lethargisch oder traurig. Dann heißt es: „Der meditiert“ oder „Der ist einfach faul.“ Wieder wird gelacht. Kaum jemand hält inne, um wirklich zu fühlen, was im Gegenüber passiert. Doch dafür müsste man sich zuerst mit sich selbst auseinandersetzen. Das ist schmerzhaft – aber wie einer meiner Lieblingspsychologen sagt: „Schmerz? Ja, sofort!“ Wenn ich Menschen beobachte, denke ich manchmal, sie hätten den Verstand verloren. Doch das stimmt nicht. Sie haben ihr Gefühl verloren. Durch ihr Verhalten bringen sie den Hund – und oft auch ihre Umgebung – in die gleiche erlernte Hilflosigkeit, in der sie selbst stecken. Alles, was noch schwingt oder lebendig ist, wird unterdrückt. Denn würde diese Schwingung sie erreichen, müssten sie den ganzen, angestauten Schmerz fühlen. Und davor ist die Angst zu groß. Lieber wird der Schmerz weitergegeben – dann scheint alles „normal“. Im Fachbegriff nennt man das Normopathie. Hunde entwickeln unzählige Strategien, um irgendwie mit ihrer Umgebung klarzukommen – doch tief im Innern wissen sie, dass sie dieser Lebenssituation ausgeliefert sind. Was ich besonders faszinierend an ihnen finde, ist ihre Fähigkeit, trotzdem – so gut sie können – sozial zu interagieren und Bindung aufrechtzuerhalten, selbst wenn keine sichere Verbindlichkeit von ihren Bezugspersonen erwidert oder empfunden wird. Das kann ich wirklich fühlen, und es lässt mich immer wieder aufs Neue staunen. Sozial betrachtet ist das hochintelligent – und zugleich unendlich traurig. Deshalb brauchen Hunde – wie Kinder – unseren besonderen Schutz. Denn ihre Sensibilität ist kein Makel, sondern ein Spiegel unserer eigenen Menschlichkeit. Herzlichst Bora von Hundeinstinkt 🐾 💛
von Bora von Hundeinstinkt 16. Januar 2026
Immer mehr Menschen sprechen davon, mit dem Nervensystem ihres Hundes zu arbeiten. Auf den ersten Blick klingt das achtsam und modern. Doch wenn man genauer hinschaut, geht es oft gar nicht um echte Regulation, sondern darum, dass der Hund sich anpasst – ruhig, kontrolliert, „funktional“. Und genau das hat nichts mit Selbst‑ oder Co‑Regulation zu tun. Selbstregulation ist nicht Runterregulation. Aber genau das wird inzwischen in der Hundeszene oft verkauft: Immer nur entspannen, zur Ruhe kommen, beruhigen. Ein paar Übungen, etwas „Runterfahren“ – und angeblich ist das Leben gut. Ein bisschen selber ruhiger atmen und den Hund in den Schwitzkasten nehmen – alles ist fein. Kein Witz: Das habe ich letztens tatsächlich gesehen. Eine Hundetrainerin hat einen Aussie mit beiden Händen seitlich im Nacken gepackt. Als ich gefragt habe, was das bitte bewirken soll, hat sie mir netterweise zurückgeschrieben und erklärt, das sei eine Übung zur Co‑Regulation. Das wäre ganz toll bei hibbeligen Hunden. Ich war dann auch nett, habe mich für die Antwort bedankt und nichts mehr dazu geschrieben. Der Hund sah überhaupt nicht entspannt aus. Der Rücken war zusammengezogen, das ganze Gesicht angespannt und zusammengekniffen. Er wusste ganz genau, dass er aus dieser Situation nur noch mit einem sehr hohen Aggressionslevel rauskommt – das heißt: Er hätte beißen müssen, um sich zu befreien. Aber: Er ist nicht mehr nach vorne gegangen (meiner Ansicht nach hat er resigniert) beim Anblick anderer Hunde. Dann gab es eine schöne Musik zu dem Video – und alle sind glücklich. Alle außer der Hund. So funktioniert das nicht, Leute. Auch wenn es oft so klingt, als würdet ihr „am Nervensystem eures Hundes“ arbeiten – in Wahrheit geht es häufig darum, dass der Hund funktioniert. Aber echte Co‑Regulation setzt eine sichere Bindung voraus. Diese entsteht nicht durch Technik, sondern durch ehrliche Beziehung, durch Vorleben und innere Präsenz. Es geht nicht nur darum, wie ich mit meinem Hund umgehe, sondern auch darum, wie ich mit und in meiner Umwelt agiere.* Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema und hatte das große Glück – oder einfach die Zeit –, mich wirklich damit auseinanderzusetzen. Nicht nur mit Wissen über das Nervensystem, sondern so, dass mein Körper es wirklich integriert hat. Das bedeutet, sich selbst zu spüren, wahrzunehmen, zu beobachten – und dadurch bewusster zu handeln statt unreflektiert zu reagieren. Die ganz kurz gefasste Erkenntnis daraus ist: Selbstregulation heißt: Ich kann schwingen. Der Sympathikus ist nicht nur eine Stressachse. Er ist auch die Achse für Freude, Lust, Neugier, Exploration, Lebendigkeit. Der Parasympathikus sagt nicht: „Hey, super, neuer Tag, was starten wir heute, Frauchen oder Herrchen!?“ – dafür brauchen wir den Sympathikus. Aus dieser Zeit hat sich für mich ein unantastbarer Wert entwickelt, und der heißt: Lebendigkeit möchte gelebt – und erHALTen werden. Das ist mir wirklich ein Herzensanliegen – ganz besonders im Zusammenleben mit unseren Hunden. Denn wir müssen uns immer wieder klarmachen: Unsere Hunde leben bei uns in Gefangenschaft. Aber ich kann diese „Gefangenschaft“ so gestalten, dass der Hund das kaum merkt – weil es ihm gut geht. Weil wir gemeinsam gut miteinander schwingen. Weil der Hund mit allem, was er mitbringt, gesehen wird und sich sicher fühlt. In einer funktionalen und ehrlichen Beziehung weiß jeder, wer der andere ist und welche Bedürfnisse er hat. Wenn das gelingt, bleibt die Beziehung auch unter Stress im Stresstoleranzfenster – ohne dass jemand körperliche oder psychische Schäden davonträgt. Und das heißt nicht, dass mein Hund und ich den ganzen Tag nur entspannt sind – ganz im Gegenteil: Wir sind lebendig, echt und verbunden. Oder wie ich immer zu Menschen sage: Du musst lernen, mit dieser Energie – der natürlichen Lebendigkeit und dem Temperament deines Hundes – zu tanzen. Herzlichst Bora von Hundeinstinkt 💛
von Hundeinstinkt 11. Januar 2026
Hunde, die mit ihrem Menschen nach draußen gehen und ohnehin schon eine schwere Last - durch ständige Anspannung - in ihrem Körper tragen, brauchen nicht noch mehr Schwere durch Gehorsamkeitstraining! Sie brauchen Leichtigkeit, Sinn, Freude und einen Menschen an ihrer Seite, bei dem sie sich sicher, verstanden und ernst genommen fühlen! Und nein, das kann man sich als Mensch nicht erkeksen....
von Hundeinstinkt 11. Januar 2026
Ist doch nur ein Hund“ – aber warum hast du dann Einen? Viele Menschen sagen Sätze wie „Ist doch nur ein Hund“ und merken gar nicht, wie widersprüchlich das ist, wenn dieser „nur ein Hund“ gleichzeitig das eigene Leben strukturiert, den Tagesablauf mit bestimmt und emotionale Lücken füllt. Hinter dieser Abwertung steckt oft kein böser Wille, sondern unbewusster Selbstschutz und ein bestimmter Umgang mit Macht, Nähe und Verletzlichkeit. Wer sagt „nur ein Hund“, kann damit Folgendes meinen – ohne es auszusprechen: „Ich will die Kontrolle behalten“ – also stelle ich mich sprachlich über das Tier. „Ich will mich nicht zu sehr binden“ – also mache ich die Beziehung kleiner, als sie eigentlich ist. „Ich will mich nicht schuldig fühlen“ – zum Beispiel, wenn ich unfair, laut oder grob war. Wenn der Hund „nur ein Hund“ ist, muss man sich weniger mit den eigenen Gefühlen auseinandersetzen: mit Einsamkeit, Überforderung, Minderwertigkeitsgefühlen oder dem Schmerz, dass dieses Tier irgendwann sterben wird. Gleichzeitig zeigt die Entscheidung, überhaupt einen Hund zu haben, wie groß das Bedürfnis nach Nähe, Struktur, Zugehörigkeit und emotionaler und äußerer Sicherheit wirklich ist. Die spannende Frage ist also nicht, ob es „nur ein Hund“ ist, sondern: Was gibt dir dieser Hund, was du dir von Menschen vielleicht nicht mehr zu holen traust? Wo benutzt du die Abwertung („nur ein Hund“), um deine eigene Verletzlichkeit zu verstecken? Und bist du bereit, ihn als fühlendes Lebewesen zu sehen – und damit auch ehrlicher mit dir selbst zu werden? Wer so denkt, fühlt und handelt, darf das gern einmal wirklich auf sich wirken lassen – und ehrlich reflektieren, was diese Haltung über die eigene innere Welt und die Beziehung zum Hund erzählt. Herzlichst Bora von Hundeinstinkt 🐾 💛 #hundeinstinkt #hundeliebe #gefühle #selbstreflexion #selbstbewusstsein
von Christian Engelmann 8. Januar 2026
Ein Leckerlihund oder wie dein Hund dich konditioniert hat ...in der Hundeschule hat Herr Seltsam gelernt, wenn sein Hund „Smart“ sich hinsetzen soll, ein Leckerli hochzuhalten und dabei „Sitz“ zu sagen. Daraufhin setzt sich Smart auch schnell hin und nimmt das Leckerli entgegen. Klappt ja gut, denkt Herr Seltsam. Nach einiger Zeit steht Smart nach der „Bezahlung“ direkt wieder auf. „Sitz“ sagt Herr Seltsam daraufhin und Smart setzt sich wieder hin, worauf er wieder ein Leckerli bekommt. Klappt ja gut, denkt Smart und behält das Training für Herrn Seltsam bei. Eine andere Variante…. Herr Pfeifer geht mit seinem Hund „Clever“ spazieren. Am Spazierweg angekommen löst er Clever von der Leine, worauf dieser kurz schnuppern geht. Clever findet es langweilig, da er meist hier ausgeführt wird und somit wenig neue Informationen erschnuppern kann. Also beschließt Clever „es wird Zeit für das erste Leckerli“ und läuft schon mal 20 Meter voraus (Clever weiß längst dass dies der Auslösereiz für Herrchen ist, ihn zurück zu rufen). Dass Clever soweit voraus läuft ist Herrn Pfeifer nicht so recht, so dass er Clever zurückruft und mit einem Futterbröckchen belohnt. Nach dessen Erhalt läuft Clever wieder voran, um das Training für Herrn Pfeifer fortzuführen …
von Christian Engelmann 11. September 2025
Der Zuschauer…. Dein Hund bellt - du schaust zu dein Hund schnuppert - du schaust zu dein Hund „begrüßt“ fremde Leute - du schaust zu dein Hund fixiert einen fremden Hund - du schaust zu dein Hunde verjagt eine Katze - du schaust zu dein Hund macht und tut - du schaust zu du möchtest jetzt deinem Hund ein Kommando geben – was glaubst du, denkt dein Hund darüber?
von Christian Engelmann 11. September 2025
von Christian Engelmann 4. September 2025
.....für angehende Hundehalter Sie überlegen, einen Hund zu adoptieren und möchten, dass Sie und Ihr Hund von Anfang an ein gutes Team werden? Das Seminar richtet sich an angehende Hundehalter:innen. Nach vier Theorieterminen in der VHS stimmt Ihr Dozent mit Ihnen einen weiteren Praxistermin in einem Tierheim (evtl. auch an einem Samstag mit ca. 90 Minuten) ab. Kursinhalte: - Allgemeines Wissen über Hundehaltung in der heutigen Gesellschaft, Herkunft, Auswahl und artgerechte Haltung / - Angemessenes und rücksichtsvolles Auftreten mit Hunden / Rechte und Pflichten von Hundehaltern sowie - Haftungsfragen und Versicherungsschutz / Gesetze, Verordnungen und Bestimmungen zur Hundehaltung / - Erste Hilfe beim Hund / - Verständigung zwischen Mensch und Hund / Wesen des Hundes (Konstitution, angeborenes und erlerntes Verhalten) / - Sinne des Hundes / Körpersprache (Ausdrucksverhalten) des Hundes / Erziehung des Hundes mehr Infos unter: VHS Herzo genaurach - Herbst/Winterprogramm 2025 wann : 1. Do., 06.11.2025 19:45 - 21:15 Uhr 2. Do., 13.11.2025 19:45 - 21:15 Uhr 3. Do., 20.11.2025 19:45 - 21:15 Uhr 4. Do., 27.11.2025 19:45 - 21:15 Uhr 5. Praxistermin im Tierheim nach Absprache
von Christian Engelmann 7. August 2025
Link zum Kanal: https://t.me/Ci_tay
von Christian Engelmann 6. August 2025