UMFELD BEDINGT VERHALTEN!

UMFELD BEDINGT VERHALTEN!

Gepostet in Allgemein, Hundeerziehung, Zum Nachdenken von Christian Engelmann.

UMFELD BEDINGT VERHALTEN!
Grob unterteilen lassen sich die Örtlichkeiten in 3 unterschiedliche
Umfelder :
UMFELD 1: vergleichbar mit der Wurfhöhle in der Natur, also
Haus oder Wohnung.
Dieser Bereich ist der Mittelpunkt des
Zusammenlebens,absoluter Sicherheitsbereich,Ruhezone.
Hier ist Entspannungs-und Knuddelzone, hier ist das
Familienrudel unter sich.
Das „Eindringen“ von Rudelfremden sollte hier aktiv durch den
Menschen gestaltet werden, z.B. führt man Gäste ins Wohnzimmer
und weist Ihnen einen Platz zu, Ihr Hund braucht sich so nicht zu
kümmern, da Sie „alles im Griff“ haben.
UMFELD 2 : der eigene Garten oder ein anderes gesichertes,
reizarmes Umfeld.
Dieser Bereich ist immer noch Sicherheitsbereich, aber auch
Erziehungsfläche. Hier ist immer noch gegeben, dass
„Rudelfremde“ nicht einfach eindringen können.
Hier sollte der „Haupterziehungsbereich“ sein, bevor man in den
Außenbereich geht. In dieser Phase sollte Ihr Hund nicht allein im
Garten sein, so beugen Sie selbststimulierendem Verhalten vor;
zudem bekommt Ihr Hund das Gefühl, er wird betreut. Um den
Garten herum können fremde Menschen, fremde Hunde und
andere Reize das Sicherheitsgefühl Ihres Hundes beeinflussén,
daher ist es sinnvoll, dass Sie sich öfters an der
Grundstücksgrenze aufhalten, Sie die Aktivitäten für Ihren Hund
aber hauptsächlich in der Mitte des Gartens initiieren.
Es macht Sinn, eine Lösestelle im hinteren Bereich einzurichten,
dies wäre strategisch unbedeutender.
Empfehlenswert ist bereits hier der Einsatz einer längeren Leine,
da viele Hunde bereits hier die Erfahrung machen, dass Menschen
eigentlich zu langsam sind, um einer erzieherischen Rolle gerecht
zu werden. Bei allen sozial lebenden Säugetieren ist es nämlich so,
das die Elterntiere in der Erziehungsphase eine größere
Geschwindigkeit entwickeln können, also in der Lage sind, den
Nachwuchs zu begrenzen.
Zusätzlich wird die Leine positiv verknüpft, da man „mit Leine
dran“ tolle Aktivitäten anbietet.
UMFELD 3 : alle Örtlichkeiten außerhalb des
SICHERHEITSBEREICHES.
Dies ist überall dort, wo man „Rudelfremde“ treffen könnte,
oder es andere Gefahren und Verlockungen für den Hund geben
könnte, z.B. Stadt, Tierarzt,Wald, Hundewiese,
Hundeschule,usw..
Hier ist es zunächst sinnvoll, das Umfeld für Ihren Hund „zu
sichern“, um dann auch gleich ein Abschalttraining anzuschließen.
Hierzu verbringen Sie mit Ihrem Hund auf passive Weise eine
längere Zeitspanne in einem unbekannten, anfangs reizarmen
Umfeld. Dabei setzen Sie sich entspannt hin und warten ab, bis
der Hund Ihr Vorbildverhalten übernimmt und zur Ruhe kommt.
Bemerkt Sie dann, das Ihr Hund bei Wiederholungen schnell
abschaltet, kann jetzt ein reizvolleres Umfeld gewählt werden, um
auf dieselbe Weise entspanntes Verhalten zu ermöglichen.So wird
an einem Generalisierungsprozeß gearbeitet, indem der Mensch
dafür sorgt, dass unabhängig von der Situation, das eigene
Verhalten für das Verhalten des Hundes maßgeblich wird.
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